Was ist Demenz?

Die Demenz

Was ist Demenz?

Die Demenz ist ein Syndrom infolge einer meist chronischen oder fortschreitenden Erkrankung des Gehirns. Das Demenzsyndrom äußert sich durch die Beeinträchtigung bis hin zum Verlust verschiedener geistiger Fähigkeiten. Dies führt bei den Betroffenen zu Schwierigkeiten in der Bewältigung des Alltags.

Eine Demenzerkrankung beeinträchtigt unter anderem:
• das Erinnerungsvermögen und die Merkfähigkeit
• das Denken, das Rechnen und die Urteilsfähigkeit
• die Orientierung (zeitlich, räumlich, zur Situation und zur eigenen Person)
• die sprachlichen Fähigkeiten
• das Erkennen
• die Fähigkeit nach einem bestimmten Plan, nach einer bestimmten Reihenfolge zu handeln

Hinzu können verhaltensbezogene Symptome kommen wie:
• abrupte Stimmungswechsel
• Reizbarkeit
• Teilnahmslosigkeit
• verändertes Sozialverhalten

Eine Demenzerkrankung kann erst dann in Betracht gezogen werden, wenn diese Symptome über einen längeren Zeitraum bestehen und andere möglichen Ursachen ausgeschlossen wurden.


Mögliche Warnzeichen einer beginnenden Demenz:
• Schwierigkeiten sich an kurz zurückliegende Ereignisse, an vertraute Namen, Telefonnummern, o.ä. zu erinnern.
• Orientierungsstörungen und dies besonders außerhalb der häuslichen Umgebung.
• Schwierigkeiten bei der Bewältigung abstrakter Handlungen, wie z.B. beim Bezahlen von Rechnungen .
• Wortfindungsstörungen und die häufige Verwendung von Umschreibungen
• Schwierigkeiten, Gesprächen oder Filmhandlungen zu folgen.
• Antriebslosigkeit, Motivationslosigkeit, Verlust von früheren Interessen und Hobbies.
• Sozialer Rückzug.
• Schwierigkeiten bei komplexeren Alltagshandlungen wie z.B. beim Einkaufen, oder bei der Medikamenteneinnahme.
• Stimmungsschwankungen.
• Schwierigkeiten, der Situation angemessene Entscheidungen zu treffen wie z.B. der Witterung entsprechende Kleidung auswählen

Ist „Vergesslichkeit“ gleich Demenz?
Nein. Die umgangssprachliche „Vergesslichkeit“ im Alter ist nicht mit einer Demenzerkrankung gleichzusetzen. Mit zunehmendem Alter treten bei jedem Menschen Veränderungen verschiedener kognitiver Leistungen auf: Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt ab, neue Informationen werden langsamer verarbeitet, das Problemlösen unter Zeitdruck fällt schwerer und die Merkfähigkeit verringert sich geringfügig. Das Erfahrungswissen, das Sprachverständnis und der Wortschatz bleiben hingegen unverändert. Dies sind Folgen des normalen Altersprozesses und in der Regel kein Anzeichen für eine Demenzerkrankung. Die Übergänge zwischen den normalen Folgen des Alterns und einer Demenzerkrankung sind jedoch oft fließend. Zur Sicherheit ist bei kognitiven Veränderungen daher eine Abklärung durch den Hausarzt oder durch einen Facharzt (Neurologe) zu empfehlen.

Zahlen und Fakten

Mit zunehmendem Alter steigen auch die Demenzerkrankungen in der Bevölkerung drastisch an. Der Hauptrisikofaktor für Demenzerkrankungen ist somit ein höheres Lebensalter. Fast 1/3 der über 90-jährigen Menschen in unseren Breitengraden ist heute bereits an einer Demenz erkrankt. Durch die stetig steigende Lebenserwartung der Bevölkerung nehmen auch die Demenzerkrankungen immer weiter zu. 2015 wurde die Anzahl von an Demenz erkrankten Personen auf 46,8 Millionen weltweit geschätzt. Die geschätzte Zahl für das Jahr 2050 beläuft sich bereits auf über 131,5 Millionen. Die Demenz wird somit auch weiterhin eine der größten gesellschaftlichen Herausforderungen darstellen.

Lebensalter und Demenz



Anzahl der Demenzerkrankungen weltweit




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