Verlauf

Der Verlauf von Demenzerkrankungen und die gezeigte Symptomatik können individuell unterschiedlich sein, da sie von mehreren Faktoren positiv oder negativ beeinflusst werden können.

Positive Einflussfaktoren:
  • bestimmte Form der Demenz
  • frühzeitig und gezielt eingesetzte medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlung
  • angepasstes Umfeld
  • positive soziale Beziehungen

Negative Einflussfaktoren:
  • bestimmte Form der Demenz
  • früher Beginn der Erkrankung
  • schwerwiegende Begleiterkrankungen
Die durchschnittliche Dauer der Erkrankung beträgt 6 bis 10 Jahre. Jedoch können Betroffene auch bis zu 20 Jahre mit einer Demenzerkrankung leben.

Verlauf einer Demenz



Allgemein werden Demenzerkrankung in 3 Schweregrade eingeteilt:

1. Leichte Demenz

Kognitive Fähigkeiten:
Das Merken neuer Informationen ist beeinträchtigt. Das Vergessen von Terminen, das Verlegen von Gegenständen etc. sind die Folgen. Zeitliche und räumliche Orientierungsstörungen treten auf. Das aktuelle Datum, die aktuelle Jahreszeit oder der augenblickliche Aufenthaltsort können dadurch nicht mehr genau bestimmt werden.
Sprache:
Der sprachliche Ausdruck ist durch Wortfindungsstörungen erschwert.
Vordergründige Symptome:
Stimmungsbezogene Symptome wie Depression, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen und Antriebsmangel.
Autonomie:
Ein selbstständiges Leben ist meist noch möglich. Komplexe Tätigkeiten, wie z. B. das Regeln finanzieller Angelegenheiten, das Richten der einzunehmenden Medikamente oder das selbstständige Wahrnehmen von Freizeitbeschäftigungen außer Haus stellen die Betroffenen jedoch vor unüberwindbare Hürden.

2. Mittelgradige Demenz

Kognitive Fähigkeiten:
Früher erlernte und vertraute Gedächtnisinhalte sind weiterhin erhalten. Neue Informationen können dagegen nicht mehr abgespeichert werden. Die Orientierung in Raum und Zeit schwindet und auch die eigene Biographie wird zunehmend lückenhaft. Dadurch kommt es in dieser Phase häufig dazu, dass der Betroffene sich zeitweise in vergangenen Lebensabschnitten wähnt.
Autonomie:
Einfache Routinetätigkeiten (z. B. im Haushalt) können noch ausgeführt werden. Der Betroffene ist jedoch auch im Alltag zunehmend auf Betreuung und Hilfe angewiesen. Aufgaben wie das Einkaufen, das Sauberhalten der Wohnung oder das selbstständige Kochen sind nicht mehr möglich. Auch bei der persönlichen Hygiene und beim Anziehen benötigt der Betroffene oft Hilfestellung. Bewegungs- und Koordinationsstörungen erhöhen das Sturzrisiko.
Sprache:
Die Sprache wird von Floskeln und Wiederholungen geprägt.
Vordergründige Symptome:
Angst, Aggression, Wut, Unruhezustände, Wandern und ständiges Suchen.

3. Schwere Demenz

Kognitive Fähigkeiten:
In dieser Phase ist ein fast vollständiger Verlust des Gedächtnisses zu beobachten. Nur kleine Fragmente aus früher Erlerntem bleiben erhalten. Enge Verwandte werden meist nicht mehr erkannt. Die Orientierungsfähigkeit ist nicht mehr vorhanden.
Autonomie:
Die Fähigkeit zu alltäglichen Routineaufgaben ist nahezu vollständig aufgehoben. Bei der Körperpflege und Nahrungsaufnahme ist der Betroffene auf ein sehr hohes Maß an Hilfe angewiesen. Die Kontrolle der Ausscheidungen ist häufig nicht mehr möglich. Im weiteren Verlauf kommt es meist zu Bettlägerigkeit, da das Gehen, Stehen und Sitzen
nicht mehr ausgeführt werden können.
Sprache:
Die Sprache verarmt bis zum völligen Sprachverlust.
Vordergründige Symptome:
Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus, Unruhe, immer wiederkehrende Bewegungen, Nesteln, Schreien, Apathie. Es ist nicht immer möglich, bei jeder Person eine starre Trennung zwischen den verschiedenen Stadien vorzunehmen; manche Betroffene zeigen unterschiedliche Symptome aus den unterschiedlichen Stadien, andere jedoch weisen einen fließenden Übergang von einem Stadium ins nächste auf.